- Amazon-Betrug hat viele Gesichter: Phishing-E-Mails, Fake-Verkäufer, unerwartete Pakete und gefälschte Anrufe.
- Amazon kontaktiert dich niemals unaufgefordert per Telefon wegen Kontoproblemen.
- Klicke niemals auf Links in verdächtigen E-Mails – geh direkt auf amazon.de und prüfe dort dein Konto.
- Wer Opfer geworden ist: Passwort sofort ändern, Bank informieren und Amazon-Betrugsformular ausfüllen.
Amazon-Betrug: Was du wissen musst
Amazon ist mit über 300 Millionen aktiven Kundenkontakten weltweit eines der meistgenutzten Online-Marktplätze. Genau das macht die Plattform attraktiv für Betrüger. Sie nutzen das Vertrauen, das Nutzer in die Marke Amazon haben, um an persönliche Daten, Geld oder Zugangsdaten zu kommen.
Die gute Nachricht: Die meisten Maschen folgen einem erkennbaren Muster. Wer sie kennt, kann sich wirksam schützen.
Die 5 häufigsten Amazon-Betrugsmaschen
1. Phishing-E-Mails
Du erhältst eine E-Mail, die von Amazon zu stammen scheint. Der Betreff klingt dringend: „Ihr Konto wurde gesperrt“, „Verdächtige Aktivität festgestellt“ oder „Ihre Bestellung konnte nicht zugestellt werden“. Im Text steckt ein Link.
So erkennst du gefälschte E-Mails:
- Absenderadresse prüfen: echte Amazon-E-Mails kommen von @amazon.de oder @amazon.com, nicht von Varianten wie „amazon-support@gmail.com“ oder „service@amz-help.net“
- Generische Anrede („Sehr geehrter Kunde“ statt dein Name) ist ein Warnsignal
- Grammatikfehler oder ungewöhnliche Zeichensetzung
- Link-URL beim Hovern prüfen – führt er wirklich zu amazon.de?
Wichtige Regel: Klicke niemals auf Links in verdächtigen E-Mails. Öffne stattdessen deinen Browser und geh direkt auf amazon.de.
2. Fake-Verkäufer auf dem Marketplace
Amazon ist auch ein Marktplatz für Drittanbieter. Nicht alle sind seriös. Typische Anzeichen für Betrug:
- Ungewöhnlich günstiger Preis für ein Markenprodukt
- Wenige oder ausschließlich positive Bewertungen, die generisch klingen
- Verkäufer aus weit entfernten Ländern ohne plausiblen Bezug zum Produkt
- Kein FBA-Badge („Versand durch Amazon“)
Tipp: Bei teuren Produkten immer prüfen, ob Amazon selbst der Verkäufer ist (steht direkt unter dem Preis). FBA-Angebote sind generell sicherer, da Amazon das Lager und den Versand übernimmt.

3. Brush-Scam: Pakete, die du nicht bestellt hast
Du bekommst ein Paket von Amazon – aber du hast nichts bestellt. Klingt seltsam, ist aber ein echter Betrugstyp namens „Brush-Scam“. Dabei schicken Fake-Verkäufer Billigware an zufällige Adressen, um dann für das eigene Amazon-Konto gefälschte Kaufbestätigungen zu erstellen und Rezensionen zu schreiben.
Du hast keinen finanziellen Schaden, aber deine Adresse ist in einer Datenbank gelandet. Melde solche Pakete trotzdem an Amazon, damit die Plattform den Account des Absenders sperren kann.
4. Gefälschte Amazon-Anrufe
Du bekommst einen Anruf: Jemand gibt vor, vom „Amazon-Sicherheitsteam“ zu sein. Es geht angeblich um verdächtige Aktivitäten auf deinem Konto oder um eine unberechtigte Prime-Mitgliedschaft. Der Anrufer fragt nach deiner Kontonummer, einem Code oder fordert dich auf, eine App zu installieren.
Fakt: Amazon ruft Kunden grundsätzlich nicht unaufgefordert an, um Kontoprobleme zu besprechen. Leg einfach auf. Wenn du unsicher bist, ruf selbst beim offiziellen Amazon-Kundenservice an.
5. Fake-Rückerstattungen
Eine E-Mail behauptet, Amazon schulde dir eine Rückerstattung. Du wirst gebeten, deine Bankdaten einzugeben oder auf einen Link zu klicken. Echte Amazon-Rückerstattungen werden automatisch auf dein ursprüngliches Zahlungsmittel gebucht – ohne dass du aktiv werden müsstest.
Was tun, wenn du Opfer geworden bist?
Falls du auf eine Betrugsmasche hereingefallen bist oder verdächtige Aktivitäten bemerkst, geh sofort diese Schritte durch:
- Amazon-Passwort ändern – sofort, über amazon.de (nicht über einen Link in einer E-Mail)
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren – unter Konto & Listen → Konto → Anmeldung und Sicherheit
- Bank informieren – bei unberechtigten Abbuchungen Karte sperren lassen und Rückbuchung beantragen
- Amazon-Betrug melden – unter amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=G4YFYKKJTLZMSDWT
- Polizei einschalten – bei echtem finanziellen Schaden unbedingt Anzeige erstatten
Sicher bei Amazon einkaufen: 5 Tipps
- Käuferprüfung: Vor dem Kauf beim Drittanbieter dessen Bewertungsprofil anschauen – wie alt ist der Account, wie viele Bewertungen, sind sie plausibel?
- FBA bevorzugen: „Versand durch Amazon“ bedeutet, dass Amazon das Produkt lagert und versendet. Das erhöht die Sicherheit deutlich.
- Zwei-Faktor aktivieren: Falls noch nicht geschehen, jetzt aktivieren. Es dauert 2 Minuten.
- E-Mail-Absender prüfen: Jede E-Mail, die angeblich von Amazon kommt, zuerst auf die Absenderadresse checken.
- Kreditkarte statt Lastschrift: Bei Betrug lässt sich eine Kreditkartenzahlung leichter rückbuchen als eine Banküberweisung.
Fazit
Amazon-Betrug funktioniert fast immer nach demselben Prinzip: Vertrauen missbrauchen, Dringlichkeit erzeugen, schnelles Handeln erzwingen. Wer diese Muster kennt, ist schon zu 80 Prozent geschützt. Die restlichen 20 Prozent kommen durch technische Maßnahmen: Zwei-Faktor-Authentifizierung, Passwort-Manager und regelmäßige Kontoprüfung. Wer trotzdem Opfer wird, sollte schnell und konsequent handeln – Bank, Amazon und Polizei informieren.
FAQ – Häufige Fragen zu Amazon-Betrug
Ruft Amazon wirklich an?
Nein. Amazon kontaktiert Kunden grundsätzlich nicht unaufgefordert per Telefon wegen Kontoproblemen oder Sicherheitsfragen. Solche Anrufe sind immer Betrug.
Wie erkenne ich eine echte Amazon-E-Mail?
Echte Amazon-E-Mails kommen von Adressen, die auf @amazon.de oder @amazon.com enden. Dazu sprechen sie dich namentlich an und enthalten keine Links zu externen Seiten. Im Zweifel: amazon.de direkt im Browser aufrufen.
Was ist ein Brush-Scam?
Beim Brush-Scam schicken Fake-Verkäufer unbestellte Pakete an zufällige Adressen, um damit gefälschte Kaufbelege und Rezensionen zu erstellen. Du hast keinen Schaden, solltest das Paket aber trotzdem bei Amazon melden.
Kann ich Geld zurückbekommen, wenn ich bei einem Fake-Verkäufer bestellt habe?
Ja. Amazon bietet die „A-bis-Z-Garantie“ für Käufe bei Drittanbietern. Damit kannst du eine Rückerstattung beantragen, wenn das Produkt nicht ankommt oder nicht der Beschreibung entspricht.
Was tun bei einer unberechtigten Amazon-Bestellung?
Passwort sofort ändern, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und Amazon über das Konto-Dashboard informieren. Bei Kreditkartenmissbrauch zusätzlich die Bank kontaktieren.
