Den Break-Even-Point zu kennen gehört zu den wichtigsten Grundlagen für jeden Gründer und Unternehmer. Er zeigt dir den Punkt, ab dem dein Unternehmen keinen Verlust mehr macht. Ab hier verdienst du Geld. Klingt simpel, und das ist es auch, wenn du die Formel einmal verstanden hast.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Break-Even-Point (Gewinnschwelle) ist der Punkt, an dem Umsatz und Gesamtkosten gleich hoch sind
- Formel: Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ (Verkaufspreis – variable Stückkosten)
- Er hilft bei der Preisgestaltung, Umsatzplanung und Investitionsentscheidungen
- Jedes Unternehmen sollte seinen Break-Even-Point kennen und regelmäßig überprüfen
Was ist der Break-Even-Point?
Der Break-Even-Point (BEP), auf Deutsch Gewinnschwelle oder Kostendeckungspunkt, ist der Punkt, an dem deine Einnahmen exakt deine Kosten decken. Darunter machst du Verlust, darüber Gewinn. So einfach ist das Konzept.
Für die Berechnung musst du zwei Kostenarten unterscheiden:
- Fixkosten – Kosten, die unabhängig vom Umsatz anfallen: Miete, Gehälter, Versicherungen, Software-Abos
- Variable Kosten – Kosten, die mit jedem verkauften Produkt oder jeder Dienstleistung steigen: Materialkosten, Versandkosten, Provisionen
Die Break-Even-Formel
Die Standardformel für den Break-Even-Point in Stückzahlen:
Break-Even-Menge = Fixkosten ÷ (Verkaufspreis pro Stück – Variable Kosten pro Stück)
Der Term „Verkaufspreis minus variable Kosten“ wird auch als Deckungsbeitrag bezeichnet. Er zeigt, wie viel jedes verkaufte Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Beispiel 1: Online-Shop
Du verkaufst T-Shirts für 29,90 Euro. Die variablen Kosten (Produktion, Versand, Verpackung) betragen 12 Euro pro Stück. Deine monatlichen Fixkosten (Shopify-Abo, Marketing, Tools) liegen bei 1.500 Euro.
Break-Even = 1.500 ÷ (29,90 – 12,00) = 1.500 ÷ 17,90 = 84 T-Shirts pro Monat
Ab dem 85. T-Shirt machst du Gewinn.
Beispiel 2: Freelancer
Dein Stundensatz liegt bei 80 Euro. Variable Kosten pro Stunde (Software-Lizenzen, anteilig) sind 5 Euro. Deine Fixkosten (Krankenversicherung, Büro, Internet, Steuern) betragen 3.000 Euro im Monat.
Break-Even = 3.000 ÷ (80 – 5) = 3.000 ÷ 75 = 40 Stunden pro Monat
Ab Stunde 41 verdienst du über deine Kosten hinaus.
Beispiel 3: SaaS-Produkt
Dein Software-Abo kostet 49 Euro pro Monat. Die variablen Kosten pro Kunde (Server, Support) liegen bei 8 Euro. Deine Fixkosten (Entwicklung, Marketing, Team) betragen 15.000 Euro monatlich.
Break-Even = 15.000 ÷ (49 – 8) = 15.000 ÷ 41 = 366 zahlende Kunden
Break-Even-Point in Euro berechnen
Wenn du den Break-Even lieber als Umsatz statt als Stückzahl wissen willst, nutze diese Variante:
Break-Even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote
Die Deckungsbeitragsquote berechnest du als: (Verkaufspreis – variable Kosten) ÷ Verkaufspreis
Im T-Shirt-Beispiel: (29,90 – 12,00) ÷ 29,90 = 0,5987 = ca. 60%
Break-Even-Umsatz = 1.500 ÷ 0,60 = 2.500 Euro pro Monat
Wozu brauchst du den Break-Even-Point?
- Preisgestaltung – Ist dein Preis hoch genug, um die Fixkosten zu decken?
- Investitionsentscheidungen – Lohnt sich eine zusätzliche Mitarbeiterin? Wie viel Mehrumsatz brauchst du dafür?
- Businessplan – Banken und Investoren wollen wissen, ab wann du profitabel bist
- Risikoeinschätzung – Wie weit bist du vom Break-Even entfernt? Wie groß ist dein Puffer?
- Szenarioanalyse – Was passiert, wenn die Kosten steigen oder der Preis sinkt?
Im Businessplan gehört die Break-Even-Analyse in den Finanzteil und zeigt Investoren, dass du deine Zahlen kennst.
Grenzen der Break-Even-Analyse
- Vereinfachung – Die Formel geht von konstanten Preisen und Kosten aus, was in der Praxis selten der Fall ist
- Nur ein Produkt – Bei mehreren Produkten mit unterschiedlichen Margen wird die Berechnung komplexer
- Keine Zeitdimension – Die Formel sagt nicht, wann du den Break-Even erreichst, nur bei welcher Menge
- Keine Qualitätsaussage – Break-Even sagt nichts über die Rentabilität nach der Gewinnschwelle
Fazit
Der Break-Even-Point ist ein einfaches, aber mächtiges Werkzeug für die Finanzplanung. Mit der Formel Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag weißt du sofort, wie viele Einheiten du verkaufen oder wie viele Stunden du arbeiten musst, um deine Kosten zu decken. Berechne deinen BEP regelmäßig neu, besonders wenn sich Kosten oder Preise ändern.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Deckungsbeitrag?
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und den variablen Kosten eines Produkts. Er zeigt, wie viel jedes verkaufte Produkt zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Wie berechne ich den Break-Even bei mehreren Produkten?
Bei mehreren Produkten berechnest du einen gewichteten durchschnittlichen Deckungsbeitrag basierend auf dem erwarteten Produktmix. Alternativ erstellst du für jedes Produkt eine separate Break-Even-Analyse.
Was passiert, wenn ich den Break-Even nicht erreiche?
Dann machst du Verlust. Du musst entweder den Umsatz steigern (mehr verkaufen oder höhere Preise), die variablen Kosten senken oder die Fixkosten reduzieren, um den Break-Even zu erreichen.
