- Qonto, Kontist und FYRST sind die beliebtesten Optionen für Gründer 2026
- Für Einzelunternehmer und Freelancer reichen kostenlose oder günstige Neo-Banken oft aus
- GmbH und UG brauchen ein echtes Geschäftskonto, keine Privatkonten
- Wichtigste Kriterien: Monatliche Gebühr, Buchhaltungs-Integration, SEPA-Lastschriften, API-Anbindung
- Ein separates Geschäftskonto ist auch für Einzelunternehmer dringend empfohlen, auch wenn es nicht Pflicht ist
Ein Geschäftskonto ist nicht das aufregendste Thema beim Gründen, aber es ist eines der ersten, das du angehen musst. Das richtige Konto spart dir monatlich Zeit, integriert sich mit deiner Buchhaltungssoftware und macht die Trennung von Privat und Geschäft einfach.
Der Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neben klassischen Hausbanken gibt es jetzt zahlreiche Neobanken, die sich speziell auf Selbstständige und Gründer ausgerichtet haben. Hier bekommst du einen ehrlichen Überblick.
Wer braucht ein Geschäftskonto?
Rechtlich gesehen sind GmbH und UG verpflichtet, ein separates Geschäftskonto zu führen. Das Gesellschaftsvermögen muss getrennt vom Privatvermögen gehalten werden. Das ist keine Empfehlung, sondern Voraussetzung für die korrekte Führung einer Kapitalgesellschaft.
Für Einzelunternehmer und GbR-Gesellschafter ist ein Geschäftskonto zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber praktisch unverzichtbar. Wer Privat- und Geschäftszahlungen auf einem Konto vermischt, hat bei der Steuererklärung einen erheblichen Mehraufwand und riskiert Probleme bei einer Betriebsprüfung.
Die besten Geschäftskonten 2026 im Überblick
Qonto
Qonto ist die meistgenutzte Neobank für Selbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland. Die Benutzeroberfläche ist klar, die Integration mit Buchhaltungstools wie DATEV, Lexoffice und Sevdesk funktioniert reibungslos. Pläne starten ab ca. 11 Euro/Monat für Einzelunternehmer.
Gut für: Alle, die direkte Buchhaltungs-Integration wollen und bereit sind, dafür zu zahlen.
Kontist
Kontist richtet sich speziell an Freelancer und Selbstständige und hat eine eingebaute Steuerrücklagen-Funktion: Das Konto berechnet automatisch, wie viel du als Steuerrücklage zurücklegen solltest, und überweist es auf ein separates Unterkonto. Für Gründer ohne Steuerberater ein echter Vorteil. Basisplan kostenlos, Premium ab ca. 9 Euro/Monat.
Gut für: Freelancer und Selbstständige ohne Steuerberater, die bei der Steuerverwaltung Unterstützung wollen.
FYRST
FYRST ist das Neobank-Angebot der Deutschen Bank, was etwas mehr Vertrauen bei traditionellen Geschäftspartnern schafft. Kostenlos für Einzelunternehmer und Freiberufler, günstige Konditionen für GmbHs. Einfache Bedienung, solide Grundfunktionen.
Gut für: Gründer, die eine kostenlose Basis-Option wollen und den Deutsche-Bank-Hintergrund schätzen.
Holvi
Holvi kombiniert Geschäftskonto mit eingebauter Rechnungsstellung und Belegverwaltung. Besonders für Freelancer interessant, die alles an einem Ort haben wollen. Pläne ab ca. 9 Euro/Monat.
Gut für: Freelancer, die eine All-in-One-Lösung für Konto und Rechnungsstellung suchen.
Commerzbank, Deutsche Bank & Co.
Klassische Hausbanken bieten zuverlässige Geschäftskonten, haben aber meist höhere Grundgebühren (15–30 Euro/Monat) und weniger moderne Schnittstellen zu Buchhaltungstools. Dafür gibt es persönliche Berater und Kreditlinien auf Anfrage. Für Startups, die mit institutionellen Investoren oder traditionellen Kunden arbeiten, kann das Prestige einer etablierten Bank relevant sein.
Gut für: Unternehmen mit höherem Kreditbedarf oder besonderem Bedarf an persönlicher Beratung.

Vergleich: Die wichtigsten Konten auf einen Blick
| Anbieter | Preis/Monat | Buchhaltungs-Integration | GmbH geeignet? | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Qonto | ab 11 € | Sehr gut (DATEV, Lexoffice) | Ja | Beste Integration |
| Kontist | 0–9 € | Gut | Eingeschränkt | Steuerrücklage automatisch |
| FYRST | 0–12 € | Mittel | Ja | Deutsche Bank Hintergrund |
| Holvi | ab 9 € | Gut | Eingeschränkt | Rechnungsstellung inklusive |
| Commerzbank | ab 14 € | Mittel | Ja | Persönliche Beratung, Kredit |
Worauf kommt es wirklich an?
Die meisten Gründer schauen zuerst auf den Preis, aber das ist oft nicht die entscheidende Frage. Hier sind die Punkte, die in der Praxis wirklich wichtig sind:
- Buchhaltungsintegration: Synchronisiert sich das Konto mit deiner Buchhaltungssoftware? Das spart monatlich Stunden
- SEPA-Lastschriften: Kannst du wiederkehrende Zahlungen direkt einziehen? Für Abo-Modelle relevant
- Mehrbenutzerzugang: Wenn Mitarbeiter oder Steuerberater Zugriff brauchen, muss das unkompliziert gehen
- API / Datexport: Für automatisierte Buchhaltung oder eigene Tools wichtig
- Kundensupport: Reagiert der Support schnell, wenn etwas schiefläuft?
Fazit
Für Freelancer und Einzelunternehmer, die günstig starten wollen, ist FYRST (kostenlos) oder Kontist ein guter Einstieg. Wer schnell wächst und Buchhaltungsintegration priorisiert, ist mit Qonto am besten bedient. GmbH-Gründer sollten von Anfang an auf ein Konto setzen, das Kapitalgesellschaften unterstützt.
Das Konto ist eine Infrastrukturentscheidung, keine strategische. Wähle eins, das zu deiner aktuellen Situation passt, und wechsle später, wenn sich dein Bedarf ändert. Für die Verbindung von Konto und Buchhaltung lohnt sich auch der Blick auf den Artikel Steuern für Selbstständige.
FAQ
Ist ein Geschäftskonto für Einzelunternehmer Pflicht?
Nein, gesetzlich nicht. Aber aus praktischen Gründen dringend empfohlen. Wer Privat- und Geschäftsfinanzen mischt, hat bei der Buchführung deutlich mehr Aufwand und riskiert Probleme beim Finanzamt.
Kann ich mein Privatkonto als Geschäftskonto nutzen?
Für Einzelunternehmer theoretisch ja. Viele Banken erlauben das in den AGB aber nicht für gewerbliche Transaktionen. Prüfe die AGB deiner Bank und eröffne im Zweifel ein separates Konto.
Was kostet ein Geschäftskonto monatlich?
Das variiert stark: von kostenlos (FYRST Basis, Kontist Basic) bis 30+ Euro bei traditionellen Banken. Für die meisten Gründer liegt die optimale Range bei 0–15 Euro/Monat.
Welche Bank ist am besten für eine GmbH-Gründung?
Qonto, FYRST und Commerzbank unterstützen alle GmbH-Konten. Für die Einzahlung des Stammkapitals bei der Gründung brauchst du ein Konto, das das Gründungsprotokoll akzeptiert. Qonto und die meisten Neobanken unterstützen das mittlerweile.
