Du entdeckst auf deinem Kontoauszug eine Abbuchung mit dem Vermerk „Of London“ und weißt nicht, was das soll. Hast du etwas in London bestellt? Warst du dort im Urlaub? Oder hat sich jemand an deiner Karte bedient? Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen ist die Erklärung harmlos und lässt sich schnell finden.
Das Wichtigste in Kürze
- „Of London“ auf dem Kontoauszug ist meist ein abgekürzter Firmenname eines Unternehmens mit Sitz in London
- Häufige Verursacher sind internationale Zahlungsdienstleister, Abo-Dienste oder Online-Shops
- Britische Unternehmen wie PayPal, TransferWise (Wise) oder Versicherungen nutzen oft London als Firmensitz
- Die Abbuchung lässt sich über Betrag, Datum und erweiterte Transaktionsdetails zuordnen
Was bedeutet „Of London“ auf dem Kontoauszug?
Der Vermerk „Of London“ ist keine vollständige Firmenbezeichnung, sondern ein abgeschnittener Teil eines längeren Firmennamens. Viele britische Unternehmen tragen den Zusatz „of London“ oder „London“ in ihrem offiziellen Handelsnamen. Auf deinem Kontoauszug wird dieser Name oft gekürzt, weil das SEPA-System oder die Kreditkartenabrechnung nur eine begrenzte Anzahl an Zeichen zulässt.
Typische Beispiele wären „Company XYZ of London“ oder „Bank of London“, wobei auf dem Kontoauszug nur noch „Of London“ stehen bleibt. Das macht die Zuordnung natürlich schwierig, weil der eigentlich entscheidende Firmenname fehlt.
Welche Unternehmen verbergen sich häufig dahinter?
Es gibt einige Unternehmen und Branchen, die besonders oft hinter einer „Of London“-Abbuchung stecken:
- Zahlungsdienstleister wie Wise (ehemals TransferWise), die ihren Sitz in London haben
- Versicherungsgesellschaften mit Lloyd’s of London als Versicherungsgeber
- Abo-Dienste und Software-Anbieter, die über britische Gesellschaften abrechnen
- Online-Shops, die ihr Payment über ein Unternehmen mit Londoner Sitz abwickeln
- Fintech-Unternehmen wie Revolut, Monzo oder andere digitale Banken
- Reiseanbieter und Fluggesellschaften mit Hauptsitz in Großbritannien
Seit dem Brexit wickeln einige britische Unternehmen ihre EU-Zahlungen über Zwischengesellschaften ab. Das kann dazu führen, dass der Name auf dem Kontoauszug anders lautet als der Dienst, den du eigentlich genutzt hast.
So identifizierst du die Abbuchung
Die Zuordnung einer „Of London“-Buchung erfordert etwas Detektivarbeit, ist aber in den meisten Fällen machbar:
- Betrag analysieren – Runde Beträge deuten auf Abos hin, krumme Beträge eher auf Einkäufe. Achte auch auf Währungsumrechnungsgebühren
- Datum und Rhythmus prüfen – Kommt die Abbuchung monatlich? Dann handelt es sich wahrscheinlich um ein Abo oder eine Versicherung
- Online-Banking-Details öffnen – In der Detailansicht der Transaktion findest du oft den vollständigen Empfängernamen und eine Referenznummer
- E-Mails durchsuchen – Suche nach Bestellbestätigungen, Abo-Benachrichtigungen oder Rechnungen aus dem fraglichen Zeitraum
- PayPal und andere Zahlungsdienste checken – Falls du über einen Zahlungsvermittler bezahlt hast, findest du dort die Details
Wenn du regelmäßig unbekannte Abbuchungen auf deinem Konto entdeckst, lohnt es sich, einen Überblick über alle aktiven Abos und Lastschriften zu erstellen. So vermeidest du künftige Überraschungen.
Of London und Fremdwährung
Da es sich um ein britisches Unternehmen handelt, kann die Abbuchung in britischen Pfund (GBP) erfolgt sein. Deine Bank rechnet den Betrag automatisch in Euro um und berechnet möglicherweise eine Fremdwährungsgebühr. Deshalb kann der abgebuchte Betrag leicht vom ursprünglichen Preis abweichen.
Bei Kreditkarten liegt die Fremdwährungsgebühr typischerweise zwischen 1,5% und 2%. Bei Girocard-Zahlungen kann sie höher ausfallen. Falls du eine Karte ohne Auslandsgebühren besitzt (wie bei einigen Direktbanken), entfällt dieser Aufschlag.
Was tun bei Betrugsverdacht?
Falls du die „Of London“-Abbuchung wirklich keiner eigenen Transaktion zuordnen kannst, handle schnell. Kontaktiere deine Bank und lass die Transaktion prüfen. Bei Kreditkarten hast du in der Regel bis zu 120 Tage Zeit, um eine Rückbuchung (Chargeback) zu beantragen. Bei Lastschriften beträgt die Frist acht Wochen.
Wie bei anderen unbekannten Abbuchungen, etwa einer Concardis Abbuchung, steckt aber auch hinter „Of London“ meistens eine ganz reguläre Zahlung, die lediglich unter einem unerwarteten Namen erscheint.
Fazit
„Of London“ auf dem Kontoauszug ist ein abgekürzter Firmenname eines britischen Unternehmens. Es kann sich um Zahlungsdienstleister, Versicherungen, Abo-Dienste oder Online-Shops handeln. Prüfe Betrag und Datum, schaue in die erweiterten Transaktionsdetails und durchsuche deine E-Mails nach passenden Bestätigungen. In den meisten Fällen lässt sich die Buchung schnell aufklären. Bei echtem Betrugsverdacht kontaktiere umgehend deine Bank.
Häufig gestellte Fragen
Warum steht nur „Of London“ und nicht der vollständige Firmenname?
Das SEPA-System und Kreditkartennetzwerke begrenzen die Zeichenanzahl für Empfängernamen. Bei langen britischen Firmennamen wird oft nur der hintere Teil „of London“ angezeigt, während der eigentliche Firmenname abgeschnitten wird.
Kann eine „Of London“-Abbuchung auf Betrug hindeuten?
In den meisten Fällen nicht. Es handelt sich fast immer um eine reguläre Zahlung an ein britisches Unternehmen. Prüfe trotzdem Betrag und Datum sorgfältig. Nur wenn du die Buchung keiner eigenen Transaktion zuordnen kannst, solltest du deine Bank einschalten.
Fallen bei „Of London“-Abbuchungen zusätzliche Gebühren an?
Wenn die Zahlung in britischen Pfund erfolgt ist, kann deine Bank eine Fremdwährungsgebühr von 1,5 bis 2 Prozent berechnen. Bei Zahlungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen keine zusätzlichen Kosten an.
