Wer Mitte der 2020er-Jahre an eine Kaffeemaschine der italienischen Marke De’Longhi dachte, hatte sicherlich auch Brad Pitt vor Augen. Schließlich war dieser das Gesicht der Perfetto-Kampagne, die die Kaffeevollautomaten des Herstellers bewarb. Und beim Gedanken an die Shop Apotheke kam zur gleichen Zeit sicherlich vielen deren Markenbotschafter, Moderator Günther Jauch, in den Sinn.
Beide Beispiele zeigen: Prominente sind mehr als reine Werbeträger. Mit ihrem Image tragen sie zur Markenidentität bei. Sie bauen eine Verbindung zur Zielgruppe auf und sind Teil des ganzheitlichen Markenimages. Folglich sind berühmte Werbegesichter auch für junge Unternehmen und Startups eine Bereicherung in der Marketingkampagne eines Produkts.
Celebrities verkaufen keine Produkte, sondern Glaubwürdigkeit
Um ein Produkt mit einem strahlenden Lächeln zu bewerben, braucht es nicht zwingend ein bekanntes Gesicht. Soll eine Marke jedoch mit bestimmten Werten oder einem ausgewählten Image in Verbindung gebracht werden, sind prominente Markenbotschafter eine gute Wahl. Denn sie schenken den beworbenen Produkten einen Hauch ihrer Persönlichkeit und verleihen ihnen damit Authentizität.
So warb etwa Moderatorin Anne-Marie Carpendale mit ihrem Lifestyle-Image seit September 2025 für die Marke More Nutrition, deren Sortiment Fitness-Produkte, kalorienreduzierte Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel umfasst.
Im Jahr 2022 stand indes „Model-Mama“ Heidi Klum zusammen mit ihrer Tochter Leni für die italienische Dessous-Marke Intimissimi vor der Kamera. Das Label profitierte dabei nicht nur von Heidis Ruf als Fashion-Ikone. Indem die gebürtige Bergisch Gladbacherin für die Lingerie warb, weckte sie einerseits Sympathien für die Marke und trug andererseits zum Vertrauensaufbau bei.
Gleichzeitig werten Celebrities eine Marke auf, indem sie ihr ihre Reichweite zur Verfügung stellen. So haben Prominente wie Brad Pitt, Heidi Klum und Co. oft internationale Fans. Folglich lassen sich durch ihren Einsatz als Markenbotschafter die Zielgruppenansprache und damit die Sichtbarkeit eines Produkts vergrößern.
Bekannte Markengesichter und die Macht der Authentizität
Für 55 Prozent der Bundesbürger ist die Authentizität einer Marke ein wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung. Das belegte bereits eine Studie aus dem Jahr 2017.
Gleichzeitig zeigt eine 2023 veröffentlichte Untersuchung: Gesichter in Werbungen brennen sich bei den Konsumenten stärker ein als Logos. Insbesondere die Gesichter von Berühmtheiten – seien es Schauspieler, Sänger oder Social-Media-Stars.
Warum? Weil sich viele Menschen zumindest unterbewusst an denen orientieren, die sie für besonders groß, stark oder erfolgreich halten.
Für Unternehmen bedeutet das: Die Zusammenarbeit mit einer prominenten Person – die ein positives Image genießt – erhöht den bereits bestehenden Authentizitätsfaktor einer Marke. Umso glaubwürdiger wird eine solche Kooperation, wenn die Werte der Marke und ihrer jeweiligen Botschafter übereinstimmen.
Prominente Markenbotschafter wecken Emotionen
Die Wahl eines berühmten Markenbotschafters, der zu den Kernpunkten einer Marke passt, erhöht nicht nur deren Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig lassen sich mit Celebrities Geschichten erzählen, die wiederum bei der Zielgruppe Emotionen wecken.
Ein gutes Beispiel stammt aus dem Jahr 1984. Damals begann die Zusammenarbeit der Basketball-Legende Michael Jordan mit dem Sportartikelhersteller Nike. Das Ergebnis: Die berühmten Air Jordans – Schuhe, die bis heute Kultstatus genießen. Denn wer sie trug, besaß sinnbildlich ein kleines Stück von Michael Jordan und seinem Talent auf dem Platz.
Die emotionale Ansprache einer Celebrity-Werbung basiert jedoch nur zum Teil auf der Berühmtheit des jeweiligen Markenbotschafters. Wichtig ist außerdem, dass dieser die Markenbotschaft durch seine Geschichte oder persönliche Anekdoten menschlicher und damit nahbarer gestaltet. Durch ein solch starkes Storytelling entsteht zwischen einer Marke und den Konsumenten eine umso tiefere Bindung.
Markenbotschafter als Influencer in den sozialen Medien
Nicht zu unterschätzen ist zudem die Social-Media-Präsenz berühmter Markenbotschafter. Viele Prominente genießen in den sozialen Medien aufgrund ihrer starken Fanbase eine große Reichweite. Dementsprechend erhöht sich auch die Sichtbarkeit für markenrelevante Posts enorm.
Die Zusammenarbeit mit Stars trägt daher massiv zu einer starken Online-Präsenz beworbener Marken bei. Auch dieser Aspekt ist insbesondere für Startups relevant.
